Viele Inseln und eine Uuuuli

Philippinen

Gluck Gluck, weg war se Juli 21, 2009

Gespeichert unter: Uncategorized — philiuli @ 4:27

Mabuhay,

so, lang gabs nix mehr von mir zu hören. Und das auch aus gutem Grund. Das Schuljahr ist zu Ende und drei Wochen Philippinenurlaub liegen hinter mir. Nun bin ich seit drei Tagen in Chemnitz und hab endlich mal etwas Zeit und Geduld, ein paar Zeilen zu schreiben.

Nachdem es am Schuljahresende aufgrund der Zeugnisse und anderen organisatorischen Angelegenheiten nochmal richtig stressig wurde, hatte ich mich umso mehr auf meinen Besuch aus Chemnitz (der Bugs hatte sich nämlich durchgerungen, die Philis ein Stück mit mir zusammen zu erobern) und unserer bevorstehenden Reise gefreut. So hieß es dann gleich am Wochenende Manila erkunden (ich hab endlich auch mal so ein paar Tourisachen wie den chinesischen Friedhof oder den Rizalpark gesehn). Danach haben wir in reichlich zwei Wochen drei Inseln erobert.

Als erstes gings nach Bohol, eine Insel bekannt für die Chocolate Hills (hunderte Hügel – angeblich die Tränen eines Riesen – , die in der Trockenzeit ganz braun werden) und die Tarsier (handgroße knuffige Affen). Highlight dort war allerdings für mich persönlich der Tauchkurs, zu dem wir uns beide entschlossen hatten. Ich habe jetzt schon Schildkröten, zwei verschiedene Haisorten (tresher shark und white tipped shark) und Manta-Rochen gesehn. Und natürlich viele kleine Nemos, einen Saugfisch, der dem Bugs immer an den Hintern wollte und andre Unterwasserbewohner. Ach ja, und Delfine gabs auch noch, allerdings nur vom Boot aus. War trotzdem nett anzuschaun.

Zweite Insel war dann Malapascua, bekannt für eben die Haie und Rochen. Strom gabs dort nur von Abends um 5 bis Mittag um 12. Mal wieder ne nette Abwechslung, auf ner etwas ursprünglicheren Insel zu sein, obwohl auch dort der Tourismus langsam wächst und ich mich von so nem Händler beschwatzen lassen hab, zwei Perlenketten zu kaufen (die sehen aber zu meiner Verteidungung echt schön aus).

Als drittes war Boracay dran, DIE Insel der Philippinen. Leider fing schon auf dem Weg dahin der Schlamassel an, da unser Flug gecancelt wurde, und wir einfach mal fix über Manila fliegen mussten, dann am falschen Flughafen rauskamen (der richtige Flughafen hatte nämlich zu, weil so ein doofes Flugzeug über die Landebahn geschossen war), mit nem Minivan ne weitere anderthalbe Stunde Fahrtweg hatten und danach aufgrund eines tobenden Sturmes am falschen Ende der Insel rauskamen. Aber immerhin hatten wir es besser spät statt nie trotzdem geschafft und wurde mit ner echt netten Unterkunft entschädigt. Eigentlich zählt der Strand dort zu einem der zehntbesten der Welt und ich hab mich schon auf kristallklares Wasser gefreut. Allerdings hat uns ein Taifunschwanz einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir hatten 4 Tage nur Pisswetter (bis dato war auf unsrer Reise – die schon fast zwei Wochen andauerte – schönes Wetter. Da soll nochmal einer etwas von Regenzeit sagen!). Tja, so hab ich von der Insel hauptsächlich die Bar gesehn, mit Happy Hour von 17 bis 19Uhr. Nette Cocktails im übrigen, sehr empfehlenswert. Zum Glück flieg ich im September nochmal auf diese Insel, in der Hoffnung, dass ich dann auch noch über was anderes als di Bar schwärmen kann. Naja, und als ob das noch nicht genug war, gabs noch Probleme mit unseren Rückflug (ein technischer Schaden unsrer Maschine war schuld) und wir mussten eine Nacht im Hotel einer kleinen philippinischen Stadt verbringen. Zum Glück entdeckten wir die Kakerlake im Zimmer erst am nächsten Morgen (sonst hätte der Bugs glaub ich ne geschlafen), und dann gings auch schon nach Hause.

Nach noch ner Abschiedsmassage und Pedicure (man muss sich ja auch öfter was gönnen) bin ich nun seit Samstag in Chemnitz, genieße die Zeit mit Freunden und Familie.

So, jetzt mal noch ein paar Fotos als Einblick. Unter http://www.flickr.com/photos/philiuli/ gibts noch mehr zu sehen.

In diesem Sinne sag ich liebe Grüße

eure Philiuli

P.S. Mein kleiner Neffe (grob anderthalb) hat es sogar rechtzeitig geschafft meinen Namen zu lernen, so dass er mich mit UI begrüßen konnte (hatte mich mir nämlich gewünscht). Also vielen Dank du kleene süße Maus. Hast mir damit ne große Freude gemacht.

 

Taifunfrei Juni 24, 2009

Gespeichert unter: Uncategorized — philiuli @ 9:41

Mabuhay,

nachdem gestern Abend eine SMS kam mit der Nachricht, dass die Taifunstufe 1 rausgegeben wurde (was ja leider nur für KiGa und Vorschule Unterrichtsfrei hieß), hatten wir schon Scherze gemacht, wie nett es doch wäre, auch frei zu bekommen.  Schließlich haben wir nur noch bis Freitag Schule und es gibt doch noch ne ganze Menge zu tun, wie Zeugnisse schreiben, Ferienhausaufgaben raussuchen, Portfolios gestalten, Klassenzimmer aufräumen usw. Tja, und man glaube es kaum,  unsre Wünsche wurden tatsächlich erhört und 5:38 heute morgen kam eine SMS mit der Nachricht, dass auch für uns schulfrei sei. Taifunsignalstufe 2 wurde wirklich eingeleitet. Auch wenn ich nicht mehr als nen gewönlichen Regen spüre, finde ich es dennoch echt nett. So gab es heute nur ein Endjahrmeeting in der Schule mit allen Kollegen, was sich als gar nich mal schlecht herausstellte. Es gab Mittagessen – mit Salat, echtem Sauerkraut, Kartoffelbrei, deutschem Brot (wow, das war lecker) und Kassler für die Fleischesser. Und natürlich gabs noch Bier (jaja, wir sind halt in Manila).  Unser Schulleiter hatte sich sogar die Mühe gemacht und Heineken besorgt. Tja, und so leicht angedüdelt ließ es sich dann auch richtig gut nich ein bisschen arbeiten.

CIMG3448

"Schulkonferenz" in Manila

Tja, nun checken wir ständig das Internet und beobachten, ob sich der Taifun Richtung Manila bewegt in der Hoffnung, Morgen auch nochmal frei zu bekommen. Ich werd auf jeden Fall heut Abend mein Handy mit ins Bettchen nehmen. Man weiß ja nie….;-)

In diesem Sinne sag ich liebe Grüße

eure Philiuli

 

Robinson Crusoe lässt grüßen Juni 16, 2009

Gespeichert unter: Uncategorized — philiuli @ 7:33

Mabuhay,

The Beach

The Beach

dieses Wochenende gab es endlich mal wieder einen Tag länger frei dank eines philippinischen Feiertages (der Independence Day, falls es irgend jemanden interessiert). Und somit bot sich eine gute Gelegenheit, eine weitere der über 7000 vorhandnen philippinischen Inseln zu erkunden. Diesmal ging es mit Nadine nach Pandan Island – eine ganz kleinen Insel (mit nur einem einzigen Resort) bei Mindorro, so grob eine Flugstunde und zwei weitere sehr grausame Autostunden und 10 Minuten Bootsfahrt entfernt von Manila. Zwei Stunden in einem privat gemieteten Van für nur zwei Personen klingt ja ansich ganz nett, wenn aber ca. 99% der Strecke ungepflastert sind, und in der momentanen Regenzeit die Schlaglöcher noch ein Stück tiefer sinken, dann bekommst du schon nach ein paar Minuten einen Brechreiz.

Ausblick aus unserem Cottage
Ausblick aus unserem Cottage
Unsre Hütte
Unsre Hütte

Beim...äähhhmmm.....Nichtstun
Beim…äähhhmmm…..Nichtstun

Nadine auch ganz faul
Nadine auch ganz faul

Nach all den Reisestrapazen kamen wir dann doch völlig unbeschadet Donnerstag Abend in dem Resort auf Pandan Island an. Und es hatte sich gelohnt. Das Resort war supereinfach gestaltet (mit kleinen Bambushütten ohne Tür, nur Salzwasser aus der Dusche und keine Klima oder Ventilator), aber es war genau das Richtige, um vom Manilastress abzuschalten. So haben wir die Zeit dann auch intensiv mit Nichtstun, ganz viel schlafen, sonnen, schnorcheln, lesen, Musik hören und essen verbracht. Glück mit dem Wetter hatten wir auch, denn es regnete nur einmal kurz, und da war eh grad Mittagsschlafzeit. Das Einzige, was uns nicht gegönnt wurde, waren die Schildkröten, die dort angeblich im Meer schwimmen. Aber irgendwie hatten die keinen Bock sich für uns zu zeigen. Naja, es war trotzdem ein superentspanntes Wochenende und ich hab nochmal richtig Energie sammeln können für den Endspurt in der Schule. Noch knapp zwei Wochen sind zu überstehen – der Contdown läuft.

In diesem Sinne sag ich liebe Grüße

eure Philiuli

 

Ach, ich würd so gern…. Juni 9, 2009

Gespeichert unter: Uncategorized — philiuli @ 5:05

Mabuhay,

Welcome to Singapore

Welcome to Singapore

Ich bin verliebt……nein, keine Sorge, ich werde keinen kleinen Filippino mit nach Hause bringen. Donnerstag bis Sonntag war ich mal wieder unterwegs in Singapore. Grund für meine Reise war eine Weiterbildung, die mir übrigens total viel gebracht hat (für alle Interessierten: es ging um ein Lehrwerk für die Grundschule für Deutsch als Fremdsprach, was nicht mal so einfach zu unterrichten ist). Ein bisschen Zeit zum Stadtbummel war natürlich auch drin. All die Regeln und Ordnung, die mir im Herbst, als ich schonmal da war, noch auf die Nerven gingen, empfand ich nach fast einem Jahr Leben in Manila als totale Entspannung. Es ist einfach alles so normal (der Begriff normal bekommt in meinem Leben gerade wieder eine neue Bedeutung): Taxifahrer, die wissen wo sie langfahren; ordentliche Busverbindungen; saubere Fußwege, auf denen man wirklich laufen oder Rad fahren kann; ganz normale Menschen verschiedenen Alters und Herkunft (und nicht nur europäische Männer ab 60 aufwärts); unmassen an Kneipen, so dass du dich gar nicht entscheiden kannst, wo du hin möchtest; eine Partyszene mit Unmengen an Möglichkeiten; tolle Wohnhäuser, die sauber und groß sind…. ach, ich könnt sicher noch einiges aufzählen. Hätte wirklich nie gedacht, dass ich solche Dinge einmal so schätzen werde. Mal sehen, ob es mich irgendwann einmal dahin verschlägt. Ich könnt es mir auf jeden Fall vorstellen.

von links: Kerstin, Uli, Ute

von links: Kerstin, Uli, Ute

Tja, nun sitz ich wieder hier in Manila. Es geht wieder alles etwas langsamer, der Verkehr treibt mich schon wieder in den Wahnsinn (wir mussten heute umdrehen, weil eine Straße über einen Meter hoch geflutet war), die Stimmung in der Schule ist auch ne prickelnd (irgendwie hat auch keiner mehr Energie) und mein Launebarometer sinkt wieder abwärts. Ich freu mich einfach nur noch auf die Ferien (es sind ja auch nicht mehr ganz drei Wochen) und dann auf viel viel viel Urlaub. ich glaub, dass wird den Blick auch schon wieder auf positivere Dinge richten. Und ich bin gespannt, wie Deutschland wird. Vielleicht empfinde ich es diesmal auch als Erholung. Wer weiß!?

Little India

Little India

Auch im kleinen Indien

Auch im kleinen Indien

So, ich wage mich jetzt trotz starken Regens ins Fitnessstudio. Mal sehen, ob ich meinen Kurs schaffe, oder lieber etwas mehr Zeit im Auto verbringe (ihr seht, ich bin schon zumindest auf alle Eventualitäten vorbereitet).

In diesem Sinne sag ich liebe Grüße

eure Philiuli

P.S. Anmerkung: Habe ja gestern den Artikel schon geschrieben und nur noch ne abgeschickt. Und ich muss sagen, ich habe es superpünktlich ins Fitness geschafft – komplett ohne Stau auf der Hin- und Rückfahrt. Ach, es gibt doch noch Wunder!

 

Die Polizei- Dein freund und helfer Juni 2, 2009

Gespeichert unter: Uncategorized — philiuli @ 7:13

Mabuhay,

ich habe letzte Woche mal ausgerechnet, wie viele Stunden ich doch tatsächlich hier im Auto verbringe….und ich kam erschreckenderweise auf ca. 20 Stunden in nur einer Woche – bisschen ins Fitnessstudio, zum Shoppen in die guten Einkaufszentren, zum Flugbuchen zu verschiedenen Flughäfen usw.  Bei den ständigen Staus hier (die bauen blöderweise gerade eine ganz wichtige Verkehrsstraße, die sich nur schwer umfahren lässt) ist das aber auch nicht verwunderlich.

Naja, so war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis wir von Polizisten angehalten werden und ich somit Lektion 2 berichten kann: Es lebe die Korruption!

Vor ein paar Tagen probierte ich mit Nadine eine neue Wegstrecke aus. Teilweise sind hier die Beschilderungen recht verwirrend, so dass wir auf der Busspur landeten (so, wie auch hunderte weitere Fahrzeuge).  Ansich nicht so schlimm, wenn nicht am Ende der Spur ein Polizeiauto gestanden hätte, dass uns stoppen wollte. Da die Leute hier allgemein so faul sind, hatten wir gehofft, sie würden nix tun und wir fuhren einfach weiter. Naja, leider hat der Plan nicht funktioniert und zwei Polizisten kamen auf Motorrädern nachgefahrn.  Im Schlamassel drin versuchten wir nun verschiedenste Strategien um recht günstig wieder rauszukommen – Nadine machte einen auf Unschuldig (weiblicher Charme scheint wohl nicht immer zu wirken) und ich versuchte es, den Typ mit der deutschen Botschaft einzuschüchtern (hatte leider auch null Erfolg). Aber der Typ war sich seiner Sache einfach zu sicher und ließ sich überhaupt nicht einschüchtern. Ende vom Lied: Wir bekamen 50 Prozent Rabatt und mussten statt 3500Peso (ca. 50€) nur 1500Peso (trotzdem noch 22€) zahlen. Angemerkt sei, dass ich ganz am Anfang meines Aufenthaltes schon einmal mit anderen Kollegen angehalten wurde und wir nur 500Peso damals los wurden – wegen Geradeausfahrens auf der Rechtsabbiegerspur oder Überfahrens einer roten Ampel (so ganz war der Typ sich damals nicht schlüssig, was wir nun verkehrswidriges gemacht hatten ;-) ).

Nun kommt aber erst der Höhepunkt der Geschichte: Als Nadine das Geld ausm Auto geben wollte, winkte der Polizist heftigst ab, nahm seinen Arm und griff in das Auto, um das Geld schön klein geknüllt zu schnappen und schnell in seine Hosentasche zu stecken. Tja, da hat er wohl seinen Wochenverdienst eingesteckt und sein armer Kollege am anderen Ende des Autos wird sicher nicht soviel bekommen haben.

Fazit: Auch wenn ihr Polizisten in Deutschland nicht mögt, so sind sie wenigstens nicht solche korrupten Arschlöcher.

In diesem Sinne sag ich LG

eure Philiuli

 

Das ist doch dubios Mai 20, 2009

Gespeichert unter: Uncategorized — philiuli @ 9:07

Mabuhay,

ich denke ja hier des öfteren daran, so ein paar Kuriositäten aufzuschreiben, weil manche Situationen so unglaublich bescheuert scheinen und dennoch der puren Wirklichkeit entsprechen. Es sind so kleine alltägliche Dinge, über die ich mittlerweile zum Glück schmunzeln kann und die die Philippinen so einzigartig machen (auch wenns manachmal etwas nervige Angelegenheiten sind).

Daher heute Lektion 1: Freue dich nie zu früh

Isser nicht schön

Isser nicht schön

Vor kurzem hatte ich den Plan, mir einen neuen Ventilator zu kaufen (da ich an meinem Schreibtisch immer so furchtbar von Mücken zerstochen werde und diese Dinger angeblich Mücken vertreiben sollen).  In der Abteilung für Ventilatoren im Supermarkt angekommen, entdeckte ich auch gleich ein wunderhübsches, preiswertes Modell, welches ich gern meins nennen wollte. Also gab ich dem Verkäufer bescheid, so dass er mir den Ventilator mitsamt Verpackung raussuchen konnte. Der kramte ein wenig und kam zurück mit dem Satz „Out of stock, mam“, was soviel heißt wie ausverkauft. Gut, zweiter Versuch, neuer Ventilator und wieder das gleiche Spiel: „Out of stock“. So zog sich das dann noch ein drittes Mal hin, bis es endlich beim vierten Versuch klappte und ich mir einen Ventilator wählte, den es auch tatsächlich auf Lager gab. Muss man nicht verstehn, dass da so viele Ventilatoren zum angucken mit Preisschild dastehen und man sie dann doch ne kaufen kann. Das ist einfach nur typisch Philippinen.

Nadine hatte da sogar eine noch witzigere Geschichte erlebt, die in die gleiche Kategorie passt. Sie wollte an der Tankstelle tanken und bekam anstatt des Benzins den netten Satz „Out of stock, mam“ zu hören. Zum Glück hatte die nächste Tankstelle dann doch noch etwas Benzin übrig.

Was lernen wir daraus?

Bringe viel Geduld und Zeit mit, wenn du etwas kaufen magst. Und sei gewillt, auch Kompromisse einzugehen. Dann kannst du dich am Ende doch noch über das Ergebnis freuen (nach dem Motto: Gut Ding will Weile haben). Ich genieße zumindest meinen neuen Ventilator, denn er scheint tatsächlich die Mücken unterm Tisch zu verjagen.

In diesem Sinn sag ich Liebe Grüße

eure Philiuli

 

abgehoben und doch bis zum hals im wasser Mai 17, 2009

Gespeichert unter: Uncategorized — philiuli @ 7:46

Mabuhay,

jetzt sind es genau noch sechs Wochen Schule und ich habe mein erstes Jahr als Lehrerin hier auf den Philippinen schon hinter mir. Glücksgefühle und Momente kleiner Panikattacken wechseln sich ab. Ich bin stolz, wie selbstständig die Kinder in dem einen Jahr geworden sind und dennoch möchte ich noch so viel mit meiner Klasse 1 machen und schaffen bevor es in die Ferien geht. Aber ich versuche realistisch und entspannt zu bleiben. Schließlich haben die Kleenen noch einige Schuljahre vor sich.

Naja, auf jeden Fall bedeutet das Ende des Schuljahres auch noch einige  Arbeit für mich. Ich muss für 12 Kinder die Endjahrbeurteilungen schreiben (jaja, viele Lehrer lachen jetzt über meine Schüleranzahl, aber zu meiner Entschuldigung: unsre Verbalbeurteilungen sind recht ausführlich und auch nur mit 12 Kindern ne Menge Arbeit!!!). Um Arbeit und Freude dennoch zu verbinden, sind Nadine (sie ist Klassenlehrerin von Klasse 2) und ich am Wochenende wieder am Lake Taal gewesen – bewaffnet mit unsren Laptops und viel Motivation. Zusätzlich im Gepäck hatten wir noch zwei Liegestühle, den neuesten Lonely Planet, frisches Obst und die Info über ein supertolles, supernobles Restaurant.

Und so verlief unser eigentlich strebsam geplantes Wochenende dann in der Realität:

Wir haben immerhin eine Stunde was gearbeitet – mindestens doppelt so lang im Liegestuhl gelegen. Das 4-Gänge-Menü im Restaurant (bei dem der Koch und Chef des Hauses sogar persönlich vorbei kam und hallo sagte und seinen frisch eingetroffenen DEUSTCHEN Spargel anpreiste) war eher Mittelklasse und das noble Getue war einfach nur peinlich. Reich und vornehm auf den Philis passen einfach nicht zusammen. Da fährste erst auf Straßen, wo arme Leute am Rand stehen, dutzende Kinder auf nem winzigen Feld Ball spielen, Hühnerfamilien übern Weg laufen….und auf einmal geht ein großes Tor auf und du bist in einer anderen Welt voller Etiquette und Schein. Wirkte überhaupt nicht authentisch und das Essen war wie gesagt auch nicht so super. Der Cocktail war noch das Beste. Aber ne lustige Erfahrung war es dennoch.

Das Highlight am Wochenende gab es heute. Zufällig sind Nadine und ich eingeladen worden, mit zwei Amis einen Bootstrip zu machen. Also wurden wir heut morgen halb 9 ausm Schlaf geweckt und 15 Minuten später saßen wir in nem coolen Boot und gleiteten über den See. Die zwei Typen waren dort, um mitm Wakeboard zu fahren. Nach einem Bier (normalerweise trinke ich ja nicht um 9Uhr morgens, aber ich wollt nicht unhöflich sein) hab ich mich dann auch aufs Board getraut und bin tatsächlich schon beim ersten Versuch ausm Wasser gekommen. Unsre zwei männlichen Begleiter waren ganz beeindruckt, weil Nadine und ich beide fürs erste Mal ne ganz gute Figur aufm Wakeboard machten. Es hat richtig viel Spaß gemacht und ich werd sicher mal wieder fahrn. Nach unserer Bootsrunde gab es noch ein Glas Wein im Yachtclub (bitte kein falsches Bild bekommen, die Dinger würde ich nicht als Yachten identifizieren), als zufällig Prinz Frederick von Saxe-Lauenberg zu Besuch kam. Ja, ein richtiger Prinz, der allerdings den Titel erst mit 36 geerbt hat (hab ihn vorhin gegoogled). Hhhmm, Prinz…na gut… ich hab den überhaupt nicht ernst nehmen können, weil der wie ne totale Witzfigur aussah und sich auch so benahm. Mein Traum, dass irgendwann der Prinz aufm weißen Pferd angeritten kommt, hat sich jetzt somit erledigt. Aber der Unterhaltungsfaktor war sehr hoch.

So, nun überleg ich also mal fix, was ich morgen alles machen muss und wann ich mir am besten Zeit nehme, um an den Zeugnissen weiter zu schreiben – diesmal allerdings zu Hause ohne Ablenkung ;-)

In diesem Sinne sag ich liebe Grüße,

eure Philiuli

 

Taifun Signal 1 Mai 8, 2009

Gespeichert unter: Schule, Wetter, Wohnen — philiuli @ 6:01
Tags: , , ,

Mabuhay,

nachdem es die ganzen letzten Wochen schon so arg und ausdauernd regnete, gab es gestern zum ersten mal seit meiner Ankunft in Manila Taifun-Warnstufe 1. Und was bedeutet das für mich als Grundschullehrerin hier in Manila? NICHTS!!! Denn bei Stufe 1 hat lediglich die Vorschule und der Kindergarten frei (Regelung der Philippinen! Warum weiß auch keiner!). Tja, also falschen Beruf gewählt. Oder auch falsches Land, denn unsre französischen Kollegen hatten ALLE frei…..ggggrrrr…. Deren Botschaft sorgt sich wohl etwas mehr um die Gesundheit und das Wohlergehen seines Volkes, denn sie beorderten einfach Schulfrei. Folglich war es heute verdammt ruhig in der Schule. Naja, immererhin mussten die Muttertagsgeschenke fertig werden, so dass es gut war, dass nichts ausfiel (das hätten wir ja schlecht nächste Woche nachholen können, wenn diesen Sonntag schon Muttertag ist).

So, und jetzt mal ein Bildchen, wie denn das Wetter dann wirklich war, nachdem es die ganze Nacht noch gepisst hat:

Ausblick aus meiner Wohnung....Ist der Himmel etwa BLAU????

Ausblick aus meiner Wohnung....Ist der Himmel etwa BLAU????

Jaja, der Himmel hatte sich also pünktlich zum Morgen beruhigt und schon als ich in die Schule fuhr, zog er zu einem wunderschönen blau auf. Zum Glück gönne ich ja den Franzosen ihr verlängertes Wochenende (so, jetzt nochmal ein gggrrrr).

Falls euch aufgefallen ist, dass ich gerade etwas gereizt klinge, so hat das seinen guten Grund. Seit gestern abend macht es nämlich in meiner Küche TROPF, TROPF, TROPF….Mein Balkon direkt über der Küche war die gesamte Nacht überflutet (auch Aufstehen und Wasser wegfegen in der Nacht nützte nichts) und nun ist soviel Wasser in den Wänden, dass es aus der Decke tropft. Mal sehen, wie lange es anhält und wieviele Eimer Wasser ich sammeln kann. Ich hoffe ja nur, dass mein Haus doch nicht so ganz philippinisch gebaut ist, nicht dass es jetzt einstürzt. Zum Glück bin ich nur selten in meiner Küche (ich koche ja nicht gern), so dass die Chancen recht groß sind, dass mir nichts passiet. Naja, werd wohl trotzdem zu meinem Vermieter müssen und ihn um Hilfe bitten, damit die mittlerweile entstandenen Risse in dieser Decke irgendwie behoben werden.

Plitsch,platsch, Eimer nass

Plitsch,platsch, Eimer nass

LG, eure GrummelPhiliUli

 

verzaubert Mai 3, 2009

Gespeichert unter: Ausflug, Urlaub — philiuli @ 9:33
Tags: , , , , ,

Mabuhay,

Girls Only

Girls Only

diesen Freitag bescherte uns zum Glück Tag der Arbeit ein verlängertes Wochenende. Luci, Nadine, Freya (Kolleginnen aus der Schule) und ich nutzten also die Gelegenheit und machten uns Freitag früh auf den Weg nach Siquijor – eine Insel grob in der Mitte der Philippinen, die auch Hexeninsel genannt wird, weil es dort angeblich viele Wunderheiler und Magier und so gibt. Zuerst flogen wir allerdings nach Dumaguete. Dort angekommen suchten wir schnellstmöglich den Hafen, um mit den Schiff weiter nach Siquijor zu kommen. Noch nicht mal angekommen, war alles ein bisschen wie verhext: denn auch auf den Philippinen war der Freitag ein Feiertag und so waren alle Fähren voll. Nadine gabelte dann zum Glück einen Amerikaner auf, der uns mit auf das Schiff schleuste, auf dem er mitfuhr.

Angekommen auf der Insel mussten wir feststellen, dass wir in der falschen Stadt gelandet waren. So war die Entfernung zu unsrem Resort nun ne dreiviertel Stunde statt 20 Minuten. Zumindest theoretisch. Denn parktisch hatten wir ein Tricycle erwischt, was unserem Gewicht irgendwie nicht so wirklich Stand gab. Folge war, dass auf den Weg ein Reifen gewechselt werden musste. Aber wir Mädels haben uns schon super in Geduld üben gelernt und fanden die Situation eher witzig.

Die Ankunft im Resort entschädigte dann alles. Es war vie verzaubert: tolle Anlage, nettes Personal, leckeres Essen, und ne gute Unterkunft. In der zweiten Nacht hatte unsere Villa sogar einen Jacuzzi im Bad (das Resort hatte nur noch das Luxushaus frei für die zweite Nacht und wir Lehrer entschlossen uns, auch mal was zu gönnen).

Will kuscheln

Uli will kuscheln

Pool und Palmen - ach, wie schön

Coco Grove Resort

Resort Coco Crove

Strand und Palmen - wie schön

So macht Cocktail trinken Spaß

So macht Cocktail trinken Spaß

Das absolute Highlight gab es am Samstag. Wir mieteten uns ein Auto und ließen uns zur Cantabon Höhle fahren. Und das war Abenteuer pur und sehr gespenstig dort. Unterstützt von zwei Tourguides mit Lampem ging es durch einen megaschmalen Eingang rein in die Höhle. Danach haben wir  für drei Stunden kein Tageslicht gesehen. Wir wadeten durch Wasser (manchmal ging das Wasser echt bis zum Hintern), krochen durch absolut enge Spalten, stoßen uns mehrmals die Köpfe an, weil es so niedrig war und bewunderten wunderschöne Stalaktiten und Stalagmiten und andere Höhlengesteine. Ich habe noch nie eine so tolle natürliche Höhle gesehen. Und ich weiß auch warum: In Deutschland wäre so eine Tour aus Sicherheitsgründen gar nicht möglich. Man darf echt nicht drüber nachdenken, was hätte passieren können. Aber es war auf jeden Fall eine beeindruckende Erfahrung, die lang in meinem Gedächtnis bleiben wird. Und ein bisschen meiner Platzangst wurde auch weggehext. Ich bin sehr stolz auf uns Mädels, denn wir haben alle super durchgehalten.

In diesem Sinne sag ich „Glück Auf“ und hexe mich so schnell wie möglich in mein Bett, um morgen früh in der Schule nicht einzuschlafen.

LG, eure Philiuli

Trief, schwitz, puuuh - und trotzdem gut gelaunt

Trief, schwitz, puuuh - und trotzdem ganz lässig :-)

nett anzusehende Gesteine

nett anzusehende Gesteine

Am Ende - und wieder zurück

Am Ende - und wieder zurück

Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel

 

Kann bitte jemand die Uhr langsamer stellen April 30, 2009

Gespeichert unter: Uncategorized — philiuli @ 4:05

Mabuhay,

irgendwie rast momentan die Uhr. Morgen ist bereits der 1. Mai. Zum Glück auch hier ein Feiertag, so dass wir Mädels zu viert uns ein schönes Wochenende am Strand gönnen können.  Mehr dazu natürlich, wenn ich wieder da bin.

Aber so generell hab ich einfach das Gefühl, dass die Wochen wie im Fluge vergehen. Kaum hat der Montag angefangen, ist schon wieder Wochenende. Und dabei sind die Philippinen eigentlich so ein gemütliches Land, in dem alles etwas langsamer läuft. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass ich mich hier so gut eingelebt habe und mich wohl fühle. Ich bin nun schon fast neun Monate da (jaja…..auch mit Klasse 1 komme ich so langsam in die Endrunde), die Regenzeit hat schon wieder angefangen und ich kann  sagen, dass Manila mittlerweile ein Stück zu Hause geworden ist. Ich habe mich an die Art der Philippiner gewöhnt (die Eigenheten der Inselbewohner sind ansich schon einen Blogeintrag wert, vielleicht schaff ich es ja mal, so ein paar Eigenheiten aufzuschreiben) – bin selbst ein ganzes Stück gelassener geworden (bei Stau freuen wir uns mittlerweile, wenn er mal etwas später erst anfängt und auch an der Kasse warte ich geduldiger). Wenn es noch ein paar mehr internationale Leute hier geben würde mit denen man was unternehmen könnte, wäre es perfekt (so auch ein paar ansehnliche Männer, denn die Ausländer hier sind zu alt und die Philippiner zu klein). Aber auch so genieße ich die Vorteile, die es in diesem Land gibt: reisen und reisen und reisen (mir ist schon bewusst, dass ich mir sicher nie wieder so viel  Reisen leisten kann, denn hier kosten die Flüge echt fast nix), lecker Essen, Massage, Shoppen, nettes Fitnessstudio, monatlichen Friseurbesuch (bei 3 € geht das, auch wenn die Haare immer kürzer werden) und vor allem eine liebe Schulklasse, mit der die Arbeit Spaß macht. Die Armut, die es hier in dem Land gibt, schaffe ich recht gut auszublenden. Sonst würde man verrückt werden, weil es zum Teil echt traurig ist, die Lebensumstände vieler Einwohner in Manila zu sehen. Aber auch als Lehrer lebt man hier schon eher in einer kleinen Blase.

Dennoch geb ich auch ehrlich zu, dass ich mich auch schon auf den Urlaub im Sommer in Deutschland freue. Ich finde es schön, dass doch noch viele Leute ab und zu an mich denken.  Denn in der Ferne lernt man Freundschaften und die sozialen Netze von zu Hause wieder richtig schätzen. Und vor allem auf meine Familie freu ich mich. ich hoffe ja noch, dass mein Neffe dann lernt „Uli“ zu sagen (na Marvin, hast du meine Anspielung mitbekommen – also bitte fleißig üben). Ihn nur über nen Blog oder skype aufwachsen zu sehen ist schon manchmal schade. Aber man kann nicht alles haben. Das wusst ich ja, als ich hierher gezogen bin.

Ihr seht, dass es mir rundum gut geht. In diesem Sinne wünsche ich allen einen angenehmen Feiertag und somit ein schönes verlängertes Wochenende.

LG, eure Philiuli