Viele Inseln und eine Uuuuli

Philippinen

abgehoben und doch bis zum hals im wasser Mai 17, 2009

Gespeichert unter: Uncategorized — philiuli @ 7:46

Mabuhay,

jetzt sind es genau noch sechs Wochen Schule und ich habe mein erstes Jahr als Lehrerin hier auf den Philippinen schon hinter mir. Glücksgefühle und Momente kleiner Panikattacken wechseln sich ab. Ich bin stolz, wie selbstständig die Kinder in dem einen Jahr geworden sind und dennoch möchte ich noch so viel mit meiner Klasse 1 machen und schaffen bevor es in die Ferien geht. Aber ich versuche realistisch und entspannt zu bleiben. Schließlich haben die Kleenen noch einige Schuljahre vor sich.

Naja, auf jeden Fall bedeutet das Ende des Schuljahres auch noch einige  Arbeit für mich. Ich muss für 12 Kinder die Endjahrbeurteilungen schreiben (jaja, viele Lehrer lachen jetzt über meine Schüleranzahl, aber zu meiner Entschuldigung: unsre Verbalbeurteilungen sind recht ausführlich und auch nur mit 12 Kindern ne Menge Arbeit!!!). Um Arbeit und Freude dennoch zu verbinden, sind Nadine (sie ist Klassenlehrerin von Klasse 2) und ich am Wochenende wieder am Lake Taal gewesen – bewaffnet mit unsren Laptops und viel Motivation. Zusätzlich im Gepäck hatten wir noch zwei Liegestühle, den neuesten Lonely Planet, frisches Obst und die Info über ein supertolles, supernobles Restaurant.

Und so verlief unser eigentlich strebsam geplantes Wochenende dann in der Realität:

Wir haben immerhin eine Stunde was gearbeitet – mindestens doppelt so lang im Liegestuhl gelegen. Das 4-Gänge-Menü im Restaurant (bei dem der Koch und Chef des Hauses sogar persönlich vorbei kam und hallo sagte und seinen frisch eingetroffenen DEUSTCHEN Spargel anpreiste) war eher Mittelklasse und das noble Getue war einfach nur peinlich. Reich und vornehm auf den Philis passen einfach nicht zusammen. Da fährste erst auf Straßen, wo arme Leute am Rand stehen, dutzende Kinder auf nem winzigen Feld Ball spielen, Hühnerfamilien übern Weg laufen….und auf einmal geht ein großes Tor auf und du bist in einer anderen Welt voller Etiquette und Schein. Wirkte überhaupt nicht authentisch und das Essen war wie gesagt auch nicht so super. Der Cocktail war noch das Beste. Aber ne lustige Erfahrung war es dennoch.

Das Highlight am Wochenende gab es heute. Zufällig sind Nadine und ich eingeladen worden, mit zwei Amis einen Bootstrip zu machen. Also wurden wir heut morgen halb 9 ausm Schlaf geweckt und 15 Minuten später saßen wir in nem coolen Boot und gleiteten über den See. Die zwei Typen waren dort, um mitm Wakeboard zu fahren. Nach einem Bier (normalerweise trinke ich ja nicht um 9Uhr morgens, aber ich wollt nicht unhöflich sein) hab ich mich dann auch aufs Board getraut und bin tatsächlich schon beim ersten Versuch ausm Wasser gekommen. Unsre zwei männlichen Begleiter waren ganz beeindruckt, weil Nadine und ich beide fürs erste Mal ne ganz gute Figur aufm Wakeboard machten. Es hat richtig viel Spaß gemacht und ich werd sicher mal wieder fahrn. Nach unserer Bootsrunde gab es noch ein Glas Wein im Yachtclub (bitte kein falsches Bild bekommen, die Dinger würde ich nicht als Yachten identifizieren), als zufällig Prinz Frederick von Saxe-Lauenberg zu Besuch kam. Ja, ein richtiger Prinz, der allerdings den Titel erst mit 36 geerbt hat (hab ihn vorhin gegoogled). Hhhmm, Prinz…na gut… ich hab den überhaupt nicht ernst nehmen können, weil der wie ne totale Witzfigur aussah und sich auch so benahm. Mein Traum, dass irgendwann der Prinz aufm weißen Pferd angeritten kommt, hat sich jetzt somit erledigt. Aber der Unterhaltungsfaktor war sehr hoch.

So, nun überleg ich also mal fix, was ich morgen alles machen muss und wann ich mir am besten Zeit nehme, um an den Zeugnissen weiter zu schreiben – diesmal allerdings zu Hause ohne Ablenkung ;-)

In diesem Sinne sag ich liebe Grüße,

eure Philiuli

 

One Response to “abgehoben und doch bis zum hals im wasser”

  1. FonkyEla Says:

    „der prinz ist der zweite von links“. großartig :-)


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