Viele Inseln und eine Uuuuli

Philippinen

Das ist doch dubios Mai 20, 2009

Gespeichert unter: Uncategorized — philiuli @ 9:07

Mabuhay,

ich denke ja hier des öfteren daran, so ein paar Kuriositäten aufzuschreiben, weil manche Situationen so unglaublich bescheuert scheinen und dennoch der puren Wirklichkeit entsprechen. Es sind so kleine alltägliche Dinge, über die ich mittlerweile zum Glück schmunzeln kann und die die Philippinen so einzigartig machen (auch wenns manachmal etwas nervige Angelegenheiten sind).

Daher heute Lektion 1: Freue dich nie zu früh

Isser nicht schön

Isser nicht schön

Vor kurzem hatte ich den Plan, mir einen neuen Ventilator zu kaufen (da ich an meinem Schreibtisch immer so furchtbar von Mücken zerstochen werde und diese Dinger angeblich Mücken vertreiben sollen).  In der Abteilung für Ventilatoren im Supermarkt angekommen, entdeckte ich auch gleich ein wunderhübsches, preiswertes Modell, welches ich gern meins nennen wollte. Also gab ich dem Verkäufer bescheid, so dass er mir den Ventilator mitsamt Verpackung raussuchen konnte. Der kramte ein wenig und kam zurück mit dem Satz „Out of stock, mam“, was soviel heißt wie ausverkauft. Gut, zweiter Versuch, neuer Ventilator und wieder das gleiche Spiel: „Out of stock“. So zog sich das dann noch ein drittes Mal hin, bis es endlich beim vierten Versuch klappte und ich mir einen Ventilator wählte, den es auch tatsächlich auf Lager gab. Muss man nicht verstehn, dass da so viele Ventilatoren zum angucken mit Preisschild dastehen und man sie dann doch ne kaufen kann. Das ist einfach nur typisch Philippinen.

Nadine hatte da sogar eine noch witzigere Geschichte erlebt, die in die gleiche Kategorie passt. Sie wollte an der Tankstelle tanken und bekam anstatt des Benzins den netten Satz „Out of stock, mam“ zu hören. Zum Glück hatte die nächste Tankstelle dann doch noch etwas Benzin übrig.

Was lernen wir daraus?

Bringe viel Geduld und Zeit mit, wenn du etwas kaufen magst. Und sei gewillt, auch Kompromisse einzugehen. Dann kannst du dich am Ende doch noch über das Ergebnis freuen (nach dem Motto: Gut Ding will Weile haben). Ich genieße zumindest meinen neuen Ventilator, denn er scheint tatsächlich die Mücken unterm Tisch zu verjagen.

In diesem Sinn sag ich Liebe Grüße

eure Philiuli

 

abgehoben und doch bis zum hals im wasser Mai 17, 2009

Gespeichert unter: Uncategorized — philiuli @ 7:46

Mabuhay,

jetzt sind es genau noch sechs Wochen Schule und ich habe mein erstes Jahr als Lehrerin hier auf den Philippinen schon hinter mir. Glücksgefühle und Momente kleiner Panikattacken wechseln sich ab. Ich bin stolz, wie selbstständig die Kinder in dem einen Jahr geworden sind und dennoch möchte ich noch so viel mit meiner Klasse 1 machen und schaffen bevor es in die Ferien geht. Aber ich versuche realistisch und entspannt zu bleiben. Schließlich haben die Kleenen noch einige Schuljahre vor sich.

Naja, auf jeden Fall bedeutet das Ende des Schuljahres auch noch einige  Arbeit für mich. Ich muss für 12 Kinder die Endjahrbeurteilungen schreiben (jaja, viele Lehrer lachen jetzt über meine Schüleranzahl, aber zu meiner Entschuldigung: unsre Verbalbeurteilungen sind recht ausführlich und auch nur mit 12 Kindern ne Menge Arbeit!!!). Um Arbeit und Freude dennoch zu verbinden, sind Nadine (sie ist Klassenlehrerin von Klasse 2) und ich am Wochenende wieder am Lake Taal gewesen – bewaffnet mit unsren Laptops und viel Motivation. Zusätzlich im Gepäck hatten wir noch zwei Liegestühle, den neuesten Lonely Planet, frisches Obst und die Info über ein supertolles, supernobles Restaurant.

Und so verlief unser eigentlich strebsam geplantes Wochenende dann in der Realität:

Wir haben immerhin eine Stunde was gearbeitet – mindestens doppelt so lang im Liegestuhl gelegen. Das 4-Gänge-Menü im Restaurant (bei dem der Koch und Chef des Hauses sogar persönlich vorbei kam und hallo sagte und seinen frisch eingetroffenen DEUSTCHEN Spargel anpreiste) war eher Mittelklasse und das noble Getue war einfach nur peinlich. Reich und vornehm auf den Philis passen einfach nicht zusammen. Da fährste erst auf Straßen, wo arme Leute am Rand stehen, dutzende Kinder auf nem winzigen Feld Ball spielen, Hühnerfamilien übern Weg laufen….und auf einmal geht ein großes Tor auf und du bist in einer anderen Welt voller Etiquette und Schein. Wirkte überhaupt nicht authentisch und das Essen war wie gesagt auch nicht so super. Der Cocktail war noch das Beste. Aber ne lustige Erfahrung war es dennoch.

Das Highlight am Wochenende gab es heute. Zufällig sind Nadine und ich eingeladen worden, mit zwei Amis einen Bootstrip zu machen. Also wurden wir heut morgen halb 9 ausm Schlaf geweckt und 15 Minuten später saßen wir in nem coolen Boot und gleiteten über den See. Die zwei Typen waren dort, um mitm Wakeboard zu fahren. Nach einem Bier (normalerweise trinke ich ja nicht um 9Uhr morgens, aber ich wollt nicht unhöflich sein) hab ich mich dann auch aufs Board getraut und bin tatsächlich schon beim ersten Versuch ausm Wasser gekommen. Unsre zwei männlichen Begleiter waren ganz beeindruckt, weil Nadine und ich beide fürs erste Mal ne ganz gute Figur aufm Wakeboard machten. Es hat richtig viel Spaß gemacht und ich werd sicher mal wieder fahrn. Nach unserer Bootsrunde gab es noch ein Glas Wein im Yachtclub (bitte kein falsches Bild bekommen, die Dinger würde ich nicht als Yachten identifizieren), als zufällig Prinz Frederick von Saxe-Lauenberg zu Besuch kam. Ja, ein richtiger Prinz, der allerdings den Titel erst mit 36 geerbt hat (hab ihn vorhin gegoogled). Hhhmm, Prinz…na gut… ich hab den überhaupt nicht ernst nehmen können, weil der wie ne totale Witzfigur aussah und sich auch so benahm. Mein Traum, dass irgendwann der Prinz aufm weißen Pferd angeritten kommt, hat sich jetzt somit erledigt. Aber der Unterhaltungsfaktor war sehr hoch.

So, nun überleg ich also mal fix, was ich morgen alles machen muss und wann ich mir am besten Zeit nehme, um an den Zeugnissen weiter zu schreiben – diesmal allerdings zu Hause ohne Ablenkung ;-)

In diesem Sinne sag ich liebe Grüße,

eure Philiuli

 

Taifun Signal 1 Mai 8, 2009

Gespeichert unter: Schule, Wetter, Wohnen — philiuli @ 6:01
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Mabuhay,

nachdem es die ganzen letzten Wochen schon so arg und ausdauernd regnete, gab es gestern zum ersten mal seit meiner Ankunft in Manila Taifun-Warnstufe 1. Und was bedeutet das für mich als Grundschullehrerin hier in Manila? NICHTS!!! Denn bei Stufe 1 hat lediglich die Vorschule und der Kindergarten frei (Regelung der Philippinen! Warum weiß auch keiner!). Tja, also falschen Beruf gewählt. Oder auch falsches Land, denn unsre französischen Kollegen hatten ALLE frei…..ggggrrrr…. Deren Botschaft sorgt sich wohl etwas mehr um die Gesundheit und das Wohlergehen seines Volkes, denn sie beorderten einfach Schulfrei. Folglich war es heute verdammt ruhig in der Schule. Naja, immererhin mussten die Muttertagsgeschenke fertig werden, so dass es gut war, dass nichts ausfiel (das hätten wir ja schlecht nächste Woche nachholen können, wenn diesen Sonntag schon Muttertag ist).

So, und jetzt mal ein Bildchen, wie denn das Wetter dann wirklich war, nachdem es die ganze Nacht noch gepisst hat:

Ausblick aus meiner Wohnung....Ist der Himmel etwa BLAU????

Ausblick aus meiner Wohnung....Ist der Himmel etwa BLAU????

Jaja, der Himmel hatte sich also pünktlich zum Morgen beruhigt und schon als ich in die Schule fuhr, zog er zu einem wunderschönen blau auf. Zum Glück gönne ich ja den Franzosen ihr verlängertes Wochenende (so, jetzt nochmal ein gggrrrr).

Falls euch aufgefallen ist, dass ich gerade etwas gereizt klinge, so hat das seinen guten Grund. Seit gestern abend macht es nämlich in meiner Küche TROPF, TROPF, TROPF….Mein Balkon direkt über der Küche war die gesamte Nacht überflutet (auch Aufstehen und Wasser wegfegen in der Nacht nützte nichts) und nun ist soviel Wasser in den Wänden, dass es aus der Decke tropft. Mal sehen, wie lange es anhält und wieviele Eimer Wasser ich sammeln kann. Ich hoffe ja nur, dass mein Haus doch nicht so ganz philippinisch gebaut ist, nicht dass es jetzt einstürzt. Zum Glück bin ich nur selten in meiner Küche (ich koche ja nicht gern), so dass die Chancen recht groß sind, dass mir nichts passiet. Naja, werd wohl trotzdem zu meinem Vermieter müssen und ihn um Hilfe bitten, damit die mittlerweile entstandenen Risse in dieser Decke irgendwie behoben werden.

Plitsch,platsch, Eimer nass

Plitsch,platsch, Eimer nass

LG, eure GrummelPhiliUli

 

verzaubert Mai 3, 2009

Gespeichert unter: Ausflug, Urlaub — philiuli @ 9:33
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Mabuhay,

Girls Only

Girls Only

diesen Freitag bescherte uns zum Glück Tag der Arbeit ein verlängertes Wochenende. Luci, Nadine, Freya (Kolleginnen aus der Schule) und ich nutzten also die Gelegenheit und machten uns Freitag früh auf den Weg nach Siquijor – eine Insel grob in der Mitte der Philippinen, die auch Hexeninsel genannt wird, weil es dort angeblich viele Wunderheiler und Magier und so gibt. Zuerst flogen wir allerdings nach Dumaguete. Dort angekommen suchten wir schnellstmöglich den Hafen, um mit den Schiff weiter nach Siquijor zu kommen. Noch nicht mal angekommen, war alles ein bisschen wie verhext: denn auch auf den Philippinen war der Freitag ein Feiertag und so waren alle Fähren voll. Nadine gabelte dann zum Glück einen Amerikaner auf, der uns mit auf das Schiff schleuste, auf dem er mitfuhr.

Angekommen auf der Insel mussten wir feststellen, dass wir in der falschen Stadt gelandet waren. So war die Entfernung zu unsrem Resort nun ne dreiviertel Stunde statt 20 Minuten. Zumindest theoretisch. Denn parktisch hatten wir ein Tricycle erwischt, was unserem Gewicht irgendwie nicht so wirklich Stand gab. Folge war, dass auf den Weg ein Reifen gewechselt werden musste. Aber wir Mädels haben uns schon super in Geduld üben gelernt und fanden die Situation eher witzig.

Die Ankunft im Resort entschädigte dann alles. Es war vie verzaubert: tolle Anlage, nettes Personal, leckeres Essen, und ne gute Unterkunft. In der zweiten Nacht hatte unsere Villa sogar einen Jacuzzi im Bad (das Resort hatte nur noch das Luxushaus frei für die zweite Nacht und wir Lehrer entschlossen uns, auch mal was zu gönnen).

Will kuscheln

Uli will kuscheln

Pool und Palmen - ach, wie schön

Coco Grove Resort

Resort Coco Crove

Strand und Palmen - wie schön

So macht Cocktail trinken Spaß

So macht Cocktail trinken Spaß

Das absolute Highlight gab es am Samstag. Wir mieteten uns ein Auto und ließen uns zur Cantabon Höhle fahren. Und das war Abenteuer pur und sehr gespenstig dort. Unterstützt von zwei Tourguides mit Lampem ging es durch einen megaschmalen Eingang rein in die Höhle. Danach haben wir  für drei Stunden kein Tageslicht gesehen. Wir wadeten durch Wasser (manchmal ging das Wasser echt bis zum Hintern), krochen durch absolut enge Spalten, stoßen uns mehrmals die Köpfe an, weil es so niedrig war und bewunderten wunderschöne Stalaktiten und Stalagmiten und andere Höhlengesteine. Ich habe noch nie eine so tolle natürliche Höhle gesehen. Und ich weiß auch warum: In Deutschland wäre so eine Tour aus Sicherheitsgründen gar nicht möglich. Man darf echt nicht drüber nachdenken, was hätte passieren können. Aber es war auf jeden Fall eine beeindruckende Erfahrung, die lang in meinem Gedächtnis bleiben wird. Und ein bisschen meiner Platzangst wurde auch weggehext. Ich bin sehr stolz auf uns Mädels, denn wir haben alle super durchgehalten.

In diesem Sinne sag ich „Glück Auf“ und hexe mich so schnell wie möglich in mein Bett, um morgen früh in der Schule nicht einzuschlafen.

LG, eure Philiuli

Trief, schwitz, puuuh - und trotzdem gut gelaunt

Trief, schwitz, puuuh - und trotzdem ganz lässig :-)

nett anzusehende Gesteine

nett anzusehende Gesteine

Am Ende - und wieder zurück

Am Ende - und wieder zurück

Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel